Pressemitteilung —
Fünf Flüsse, vier Landkreise, 13 Kommunen: Gemeinsames Projekt für Schwabens Flusslandschaften erfolgreich abgeschlossen
- Festakt in Neu-Ulm würdigt den Abschluss von „Flusslandschaften in Schwaben erleben 2.0“
- Maßnahmen stärken Naturerlebnis, Aufenthaltsqualität und Ökologie
- Rund 1,47 Millionen Euro für lebendige und erlebbare Flusslandschaften
- Beiträge aus LEW-Stromverträgen wirken in Projekten der Region
Flüsse prägen Landschaften, Städte und Gemeinden. Doch nicht überall sind sie für die Menschen gut erreichbar oder unmittelbar erlebbar. Das LEADER-Projekt „Flusslandschaften in Schwaben erleben 2.0“ setzte genau hier an: In 13 Kommunen an Donau, Iller, Günz, Wertach und Lech wurden neue Zugänge zum Wasser geschaffen, Uferbereiche aufgewertet und Angebote entwickelt, die Wissen über den Lebensraum Fluss vermitteln. Bei einer Abschlussveranstaltung in Neu-Ulm würdigten die Beteiligten nun den erfolgreichen Abschluss des landkreisübergreifenden Projekts.
Insgesamt wurden elf Baumaßnahmen umgesetzt und zwei Machbarkeitsstudien erstellt. Das rund dreijährige Projekt wurde von 2022 bis Ende 2024 geplant und umgesetzt. Gemessen an seinem Projektvolumen zählt es zu den größten LEADER-Projekten der vergangenen Förderperiode in Schwaben. Außergewöhnlich sind zugleich seine räumliche Ausdehnung und die Zahl der beteiligten Partner.
Trotz dieser Dimension entstand keine zentrale Standardlösung: Die Ideen für die einzelnen Vorhaben kamen aus den Kommunen und orientierten sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort. Denn jeder Flussabschnitt ist anders und jeder Ort stellt eigene Anforderungen. So entstanden passgenaue Projekte, die auf die jeweiligen Gegebenheiten zugeschnitten sind.
Damit aus den Ideen konkrete Vorhaben werden konnten, brauchte es unterschiedliche Partner und Fachleute. Kommunen und Landkreise, lokale Aktionsgruppen, Behörden, Verbände, Fischerei und Naturschutz, Planungsbüros, ausführende Unternehmen und die LEW als Projektträgerin brachten ihre jeweiligen Kenntnisse und Erfahrungen ein. Dieses Zusammenspiel machte die Realisierung der Einzelprojekte möglich.
Bereits vor der Abschlussveranstaltung wurden einzelne Maßnahmen gemeinsam mit den jeweiligen Kommunen vor Ort eingeweiht und öffentlich vorgestellt. Bei der Abschlussveranstaltung standen deshalb nicht erneut alle Einzelprojekte im Mittelpunkt. Im Fokus war vielmehr das Zusammenspiel, das ihre Umsetzung möglich gemacht hatte: Die Ideen kamen aus den Kommunen, verschiedene Partner und Fachleute brachten das erforderliche Wissen für die Realisierung ein.
So vielfältig wie die Orte selbst
Vom neuen Flusszugang bis zum Lieblingsplatz am Wasser: Die örtlichen Ideen waren so vielfältig wie die Kommunen und ihre Flussabschnitte. In Senden führt heute eine begehbare Rampe an die Iller. Sitzsteinreihen schaffen dort einen neuen Platz zum Verweilen am Wasser.
In Günzburg verbessern ein Kiesweg, Sitzsteine und eine Kanuanlegestelle den Zugang zu Donau und Günzmündung sowie die Aufenthaltsqualität. In Kellmünz führt eine großangelegte Treppe ans Gewässer. An allen umgesetzten Modulen informieren Tafeln über den Lebensraum Fluss und sensibilisieren für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Die Beispiele stehen stellvertretend für Lösungen, die jeweils aus den örtlichen Bedürfnissen heraus entwickelt wurden.
In Neu-Ulm wurden im finanziell größten Einzelprojekt drei Module umgesetzt: am Maxplatz, am Schwal und am Jahnufer. Die neu gestalteten Uferbereiche machen die Donau für die Menschen besser erlebbar. Darüber hinaus verbesserte das Gesamtprojekt an den fünf Flüssen auch die Infrastruktur für Einsatzkräfte von Feuerwehr, Wasserwacht und Technischem Hilfswerk.
„Die besten Ideen für einen Ort entstehen vor Ort. Regionale Verantwortung bedeutet für uns nicht, überall das Gleiche zu tun, sondern an jedem Ort das Richtige möglich zu machen. Genau das ist bei diesem Projekt gelungen: Die Kommunen haben ihren eigenen Blick auf den Fluss eingebracht, Fachleute und Partner haben daraus tragfähige Lösungen entwickelt. Mein herzlicher Dank gilt allen, die ihre Ideen, ihr Wissen und ihr Engagement eingebracht haben, ebenso unseren Kundinnen und Kunden, die über den LEW-Fördertopf zur Umsetzung beigetragen haben“, sagte Dr. Dietrich Gemmel, Vorstand der LEW AG.
Als Projektträgerin koordinierte die LEW das Gesamtvorhaben und brachte ihre Erfahrung mit Flüssen, wasserwirtschaftlichen Zusammenhängen und technischen Anlagen ein. Behörden, Verbände, Fachleute und weitere Beteiligte ergänzten das jeweils notwendige Know-how. So wurden aus örtlichen Ideen umsetzbare Lösungen.
Gemeinsam finanziert, vor Ort umgesetzt
Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt einschließlich Fremdleistungen und Eigenleistungen der LEW rund 1,47 Millionen Euro. Davon entfielen rund 1,38 Millionen Euro auf förderfähige Kosten. Rund 60 Prozent der förderfähigen Kosten wurden über LEADER finanziert, 30 Prozent trugen Kommunen und Landkreise. Den Restbetrag übernahm die LEW, überwiegend aus dem LEW-Fördertopf. Insgesamt wurden rund 780.000 Euro Fördermittel der EU ausgezahlt.
Auch Kundinnen und Kunden trugen über den LEW-Fördertopf zur Umsetzung bei: Mit der Wahl eines entsprechenden LEW-Stromvertrags halfen sie, konkrete Projekte an Donau, Iller, Günz, Wertach und Lech zu ermöglichen.
An der Abschlussveranstaltung im Edwin-Scharff-Haus nahmen neben zahlreichen Projektbeteiligten auch Roland Spiller, Leiter der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, die Neu-Ulmer Landrätin Eva Treu, Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger sowie LEW-Vorstand Dr. Dietrich Gemmel teil. Gemeinsam würdigten sie die Ideen aus den Kommunen und das Engagement der Partner, die ihre Umsetzung möglich gemacht hatten. Ein Pressefoto am Jahnufer bildete den sichtbaren Abschluss der Veranstaltung.
Stimmen aus Region, Politik und Projekt
Katrin Albsteiger, Oberbürgermeisterin der Stadt Neu-Ulm
„Die Donau gehört zu Neu-Ulm und zum Alltag der Menschen, die hier leben. Mit den neu gestalteten Uferbereichen ist sie an wichtigen Stellen wieder näher gerückt: als Naturraum, als Treffpunkt und als Ort zum Verweilen. Davon profitiert die ganze Stadt.“
Eva Treu, Landrätin des Landkreises Neu-Ulm
„Flüsse enden nicht an einer Gemeinde- oder Landkreisgrenze. Die Ideen für die einzelnen Maßnahmen entstanden vor Ort. Für ihre Umsetzung brauchte es Partner, die über ihre jeweiligen Zuständigkeiten hinausdenken und ihre Stärken zusammenbringen. Das Projekt zeigt, was aus diesem Zusammenspiel entstehen kann.“
Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments und Ehrenvorsitzender der CSU Schwaben
„Europa wird dort greifbar, wo aus gemeinsamer Förderung konkrete Verbesserungen für die Menschen entstehen. Dieses Projekt zeigt, wie europäische Mittel örtliche Ideen unterstützen und damit unmittelbar zur Lebensqualität in den Kommunen beitragen.“
Roland Spiller, Leiter der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung
„LEADER setzt nicht bei fertigen Lösungen an, sondern bei den Menschen vor Ort und ihren Ideen für die eigene Region. Die Förderung schafft den Rahmen, in dem daraus ein tragfähiges Projekt werden kann. Genau das ist hier an fünf Flüssen und in 13 Kommunen gelungen.“
Kurz erklärt: Förderung und LEW-Fördertopf
LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union und des Freistaats Bayern. Es unterstützt Projekte, deren Ideen aus den Regionen selbst kommen. Lokale Aktionsgruppen, Kommunen und weitere Beteiligte entwickeln Lösungen, die zu den Bedürfnissen und Potenzialen vor Ort passen. Die Regionen entscheiden auf Basis ihrer lokalen Entwicklungsstrategien, welche Projekte sie fördern wollen. Die Förderung wird aus EU- und Landesmitteln bereitgestellt.
Beim Projekt „Flusslandschaften in Schwaben erleben 2.0“ wurden in 13 Kommunen an Donau, Iller, Günz, Wertach und Lech elf Baumaßnahmen umgesetzt und zwei Machbarkeitsstudien erstellt. Ziel war es, Flüsse für die Menschen besser zugänglich und erlebbar zu machen und Wissen über den Lebensraum Fluss zu vermitteln.
Über den LEW-Fördertopf
Der LEW-Fördertopf speist sich aus ausgewählten LEW-Stromprodukten. Pro Monat und Vertrag fließt ein Euro in den Fördertopf. Mit den Mitteln unterstützt die LEW Umwelt-, Natur- und Artenschutzprojekte in der Region.
Bei „Flusslandschaften in Schwaben erleben 2.0“ kamen ca. zehn Prozent der förderfähigen Kosten aus dem LEW-Fördertopf. Damit haben auch Kundinnen und Kunden mit der Wahl ihres entsprechenden LEW-Stromvertrags dazu beigetragen, dass dieses Projekt vor Ort umgesetzt werden konnte.
Projektübersicht „Flusslandschaften in Schwaben erleben 2.0“
Donau
- Dillingen: Naturnahe Ufergestaltung, Bootsanlegestelle
- Günzburg: Naturnahe Gestaltung der Günz-Mündung
- Nersingen: Naturnahe Ufergestaltung an der Leibi-Mündung
- Neu-Ulm: Treppenartige Ufersicherung, Uferplattform, naturnaher Uferzugang
- Offingen: Naturnahe Gestaltung der Bootslände mit Ölsperre; naturnahes Ufer an der „Radlertankstelle“; treppenartige Ufersicherung
Günz
- Neuburg (Wattenweiler): Naturnahes Ufer mit vorgelagerter Kiesfläche
Iller
- Kellmünz: Naturnahes Ufer mit treppenartiger Ufersicherung
- Senden: Treppenartige Ufersicherung mit Bootsrampe
- Vöhringen: Machbarkeitsstudie für einen Zugang zur Iller
Lech
- Meitingen: Machbarkeitsstudie für einen Lech-Erlebnissteg
Wertach
- Bobingen: Naturnahes Ufer südlich der Wertachklinik (Mündung „Säuregraben“)
- Schwabmünchen: Naturnaher Uferzugang
- Wehringen: Naturnaher Uferzugang
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Über die LEW
Die Lechwerke sind als regionales Energieunternehmen im Südwesten Bayerns tätig. Unter der Marke LEW werden Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom versorgt. Die LEW bietet zudem ein breites Angebot an Energielösungen. Das Tochterunternehmen LEW Verteilnetz (LVN) betreibt das Stromverteilnetz in der Region. Mit 36 betriebsgeführten Wasserkraftwerken ist die LEW einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. In eigenen Anlagen auf Freiflächen und Gebäuden erzeugt die LEW auch Strom aus Photovoltaik. Außerdem bietet die LEW Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung, Elektromobilität und Telekommunikation an. Die LEW betreibt ein eigenes, über 9.000 Kilometer langes Glasfasernetz in der Region.